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Dubai Bastakiya

Wie aus einer anderen Welt

Nur wenige Kilometer entfernt von den Stränden Dubais, den künstlich errichteten Inseln und den Hotelpalästen, liegt der Stadtteil Al-Bastakiya. Und doch trennen Welten den Stadtteil von dem Dubai, wie wann es aus dem Fernsehen und Reisekatalogen kennt. Ein Besuch hier ist eine Reise in die Vergangenheit der Golf-Metropole. Das Viertel entstand im Wesentlichen um die Wende zwischen 19. und 20. Jahrhundert. Heute ist es dennoch ein Anziehungspunkt für zahlreiche Touristen. In liebevoller Arbeit wurde das gesamte Viertel restauriert und mehrere Museen eröffnet.

Symbolbild Dubai Bastakiya © Bildagentur PantherMedia Observer

Symbolbild Dubai Bastakiya © Bildagentur PantherMedia Observer

Altes Händlerviertel in der modernen Wüstenmetropole

Bastakiya ist nach der persischen Stadt Bastak benannt. Persische Perlen- und Textilhändler erbauten die Stadt gegen Ende des 19. Jahrhunderts am Dubai Creek um von hier aus steuerfrei ihren Geschäften nachgehen zu können. Das Baumaterial für die Häuser bestand hierbei größtenteils aus Lehm und Korallensteinen. Bereits ein Jahrhundert zuvor war das noch heute existierende al-Fahidi-Fort auf dem Gebiet errichtet worden. Bei diesem handelt es sich um das älteste noch existierende Gebäude der Stadt. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1971 wurde die kleine Festung aufwendig restauriert, da der Zahn der Zeit doch massive Spuren hinterlassen hatte. Anschließend wurde das Fort in ein Museum umgewandelt.

Bastakiya, als eine der ältesten Siedlungen Dubais war traditionell von eher wohlhabenden Familien bewohnt. Der Öl-Boom veränderte die Einwohnerstruktur jedoch dahingehend, dass die ausländische Mittelschicht das Viertel übernahm, während die reichen Familien andere Siedlungen für sich entdeckten. Nachdem es in der jüngeren Vergangenheit zum Teil stark verfallen war und mehrfach vor dem Abriss stand, um der Bauwut des Emirs von Dubai Platz zu machen, konnte es im buchstäblich letzten Augenblick vor der Vernichtung bewahrt werden und ab dem Jahr 2005 restauriert werden. Anschließend stellte man das komplette Viertel unter Denkmalschutz. Unter anderem seine königliche Hoheit Charles, der Prince of Wales soll in den Neunzigern beim Scheich für den Erhalt des Viertels plädiert haben.

Besonderheiten einer persischen Siedlung im arabischen Emirat

Bemerkenswert an Al-Bastakiya ist nicht nur der persische Name, sondern auch die ebenfalls hier verbaute persische Technologie und die Architektur. Das Viertel ist geprägt von schmalen Gassen, in denen die Sonne nicht scheint und so die glühende Wüstenhitze deutlich erträglicher machen. Einen weiteren technischen Kniff verwendeten die persischen Erbauer indem sie sogenannte Bagdire (Windfänger bzw. Windtürme) auf den Gebäuden errichteten. Diese Windtürme funktionierten als eine Art vormoderner Klimaanlage, indem sie warme Luft abführten und gleichzeitig durch ihre Öffnungen kühle Winde ins innere des Gebäudes leiteten. Verstärkt wurde dieser Effekt in der Praxis oft noch dadurch, dass man feuchte Tücher im Innern der Türme aufhängte und so die einströmende Luft noch zusätzlich kühlte.

Gegenwart als Künstlerviertel

Heute ist Bastakiya über die Grenzen des Emirats als Künstler- und Kulturviertel bekannt. Zahlreiche Galerien sind in den alten Bauten untergebracht und von staatlicher Seite sind neben den bereits existierenden Museen, weitere in Planung. Für den Autoverkehr ist Al-Bastakiya gesperrt, was angesichts der viel zu schmalen Gassen auch durchaus sinnvoll erscheint. Auf diese Weise wird das Viertel zu einer Oase der Ruhe im sonst vom Jet-Set-Leben geprägten Dubai.

Ein Kleinod persisch-arabischer Kultur im moderen Urlaubsparadies

Gerade noch rechtzeitig war es gelungen den Abriss und damit die Zerstörung dieses kulturell doch so wertvollen Viertels zu verhindern. Jedoch scheint es so, als hätten die verantwortlichen Planer in der Stadt und dem Emirat Dubai dazugelernt. Durch den Denkmalschutz ist ein Abriss vom Tisch und im Gegenteil, sollen sogar weitere Häuser des Viertels nach originalen Plänen rekonstruiert werden. Al-Bastakiya fügt sich so ein in das Stadtbild Dubais, welches im Gegenzug ein wirklich schönes und kulturgeschichtlich hochinteressantes Viertel dazu erhält.

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