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Genderspezifische Fahrrestriktionen im Reich des Emirs

Zuerst einmal ist zu berücksichtigen, dass das Emirat Dubai nicht vergleichbar ist - weder im soziologischen als auch im psychologischen Sinne - mit dem Königreich Saudi- Arabien. In diesem Stadtstaat regiert ein orientalischer Stammesfürst, der seine Einwohner sehr gut kennt und nicht pauschal urteilt: Es gibt keine allgemeingültigen Gesetze. Ein rigoroses Fahrverbot für Frauen gibt es also gar nicht. Völlig individualrechtlich ist die Gesetzesordnung, was das "Verhalten am Volant" angeht, aber trotzdem nicht, wie der folgende Artikel darlegen wird. Es gibt sowohl nationale Beschränkungen als auch Restriktionen, die sich auf die Situation innerhalb der Vereinigten Arabischen Emirate beziehen, denn die Dekrete innerhalb dieses Fürstenkonglomerates variieren sehr stark.

Symbolbild Genderspezifische Fahrrestriktionen im Reich des Emirs © Bildagentur PantherMedia bst2012

Symbolbild Genderspezifische Fahrrestriktionen im Reich des Emirs © Bildagentur PantherMedia bst2012

Das Ganze hat zudem darüber hinaus auch eine religiöse Konnotation. Im Emirat leben nicht nur Sunniten, sondern auch Wahhabiten, Alleviten und Schiiten. Es gibt weibliche Personen, die 40 Jahre alt sind und bisher unvermählt geblieben sind, und die dann vom Emir mit einer Apanage versorgt werden müssen. Um die Kosten nicht ins Endlose katapultieren zu lassen, verleiht der Emir lieber einer „rüstigen“ 45-jährigen Dame ohne Trauschein eine Fahrerlaubnis als einer 50-Jährigen „Orient-Adeligen“, die 30 Jahre „harte“ Ehejahre hinter sich gebracht hat und dem Emir 12 Kinder geschenkt hat: Letztere bekommt dann einen kostenlosen Chauffeur gestellt. Das Emirat Dubai muss, grosso modo, was das Autoverbot für Frauen anbetrifft, als liberaler angesehen werden, als der Ruf, der ihm gemeinhin in der westlich-okzidentalen Welt vorauseilt.

Der Emir wird sich nicht oder nur in den seltensten Fällen gegen ein Fahrverbot für Frauen aussprechen, was zum Beispiel einer syrisch-allevitischen Dame gegenüber von einer Baath-Behörde auferlegt wurde. Das bedeutet: Es gibt auch keine politischen Ausnahmeregelungen. Der Emir wird da nicht „kuschen“ und der weiblichen Person mit syrischer Staatsangehörigkeit plötzlich im Emirat eine sofortige Fahrerlaubnis ausstellen, auch wenn er gerade mit der syrischen Administration in vielerlei anderer Hinsicht auf „Kriegsfuß“ steht derzeit.

Auch werden die Behörden des Emirs gleichsam einer 70-Jährigen Frau mit saudischer Staatsangehörigkeit, die in ihrem Leben nie Auto gefahren ist, plötzlich nicht eine Urkunde verleihen, die diese dazu befähigt. Hier spielt der Altersfaktor eine zentrale Rolle. Die polizeilichen Führungsorgane im Emirat Dubai müssen als sehr realistisch eingestuft werden: Europäischen Frauen, die in den Hotels mit Alkoholausschank 330 Deziliter Bier getrunken haben, wird dann trotzdem nicht die Fahrerlaubnis entzogen, wenn diese auf den Stadtautobahnen unter Observation eine „reibungslose Tour“ hinlegen werden. Das Ganze hat demnach dann auch eine kulturelle Konnotation darüber hinaus.

Die Vorteile vom Autoverbot für Frauen im Emirat Dubai liegen auf der Hand: Frauen mit niedriger Gewichtsklasse sind nicht geeignet für längere „Überlandfahrten“, während welcher sie nicht externalen Stimuli ausgesetzt sind. Das betrifft visuelle, manuell-haptische als auch auditive Reize an. Im Stadtverkehr herrscht ein gewisses „reges“ Treiben vor, das dem Wesen, der „Natur“ der Frau sehr entgegen kommt. Bewegt sich die Dame jedoch in der „einsamen Wüste“ des Emirates auf einer Stadtautobahn mit ihrem Vehikel fort, kann es sehr schnell zu Ermüdungserscheinungen kommen. Das hat durchaus auch etwas mit dem Gewicht und der damit verbundenen „geistigen Stabilität“ der Frau zu tun. Die Nachteile vom Autoverbot für Frauen im Emirat Dubai sind aber auch: Es gibt Männer – ebenfalls mit einer sehr kleinen Gewichtsklasse- denen das Gleiche widerfahren kann in der Einöde der Provinz auf den hochmodernen Transitstrecken. Und da soll das dann nicht gelten auf einmal?

Die Vorteile vom Autoverbot für Frauen im Emirat Dubai sind zudem auch ökologische. Der Stadtstaat ist so gut mit dem Öffentlichen Personen Nahverkehr ausgestattet, dass die Frau nicht unbedingt auswärts sich außerhalb der urbanen Zentren aufhalten muss, um ihren alltäglichen Haushalt zu „bewältigen“. Zudem liegt auch etwas Wahres in der lateinischen Etymologie: In der Provinz – „pro vinum“ – locken der Verderb, die Unzucht und das „leichte Leben“ mit Alkohol und Wein. Das rurale Landleben ist geprägt von Gesetzlosigkeit, während das Leben in der Stadt als sicher, wertvoll und preziös eingestuft werden muss.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind nicht nur urban sondern es gibt auch Emirate mit einer stark ländlichen Tradition und die Aufgabe des Stadtfürsten von Dubai ist es sehr wohl die Dame aus der Stadt vor den Landbewohnern auch vehement zu schützen. Tradition hat nicht nur etwas mit „Konservativismus“ zu tun, sondern wie die Wortetymologie offenbart, geht es hier auch um „Trade“, um Handel. Frauen mit dieser und jener Handelstradition haben nichts – auch nicht mit dem Auto – in der Handelstradition anderer Familien der Landregion zu suchen. Dadurch wird die soziale Ordnung und die pluralistische Eintracht gefährdet.

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