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Kautabak als Alternative zur Zigarette?

Auch heute noch ist in vielen zentralasiatischen Ländern, aus denen viele Gastarbeiter Dubais stammen, Kautabak sehr beliebt. Der Kautabak ist in diesen Ländern oftmals um einiges günstiger als eine Packung Zigaretten. Doch auch hierzulande gibt es noch einige Kautabak-Liebhaber, die von dem traditionellen Tabakgenuss überzeugt sind. Rauchfrei die Wirkung von Tabak und Nikotin genießen – so lautet die Devise. Doch wie steht es um die gesundheitlichen Aspekte beim Konsum von Kautabak? Und wie genau wird das Produkt verwendet?

Die Verbreitung des Kautabaks

Viele verbinden Kautabak in erster Linie mit alten Westernfilmen, in denen nicht nur fleißig Friedenspfeifen geraucht werden, sondern auch immer wieder Kautabak konsumiert wird. In Amerika finden sich immer noch einige Kautabak Konsumenten, die regelmäßig „Chew“, beziehungsweise „American Chew“ (also Kautabak) kauen. Ebenso finden sich in Deutschland und anderen europäischen Ländern Konsumenten, die die Tradition des Tabakkauens weiterführen und der nahezu neumodisch wirkenden Zigarette abgeschworen haben. Diese wird zwar wesentlich häufiger konsumiert, verursacht allerdings auch einige erhebliche Risiken für den gesundheitlichen Zustand des Rauchenden. Ob sich Kautabak als gesündere Alternative zur gewöhnlichen Zigarette eignet, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Die Geschichte des Kautabaks

 

Tabak | © panthermedia.net /barbiebow

Tabak | © panthermedia.net /barbiebow

 

Die Europäer übernahmen Kautabak ebenso wie Schnupftabak oder Pfeifen von den Ureinwohnern Amerikas. Christoph Kolumbus brachte die Tabakpflanze, die Grundlage der Tabak-Konsumgüter, von einer seiner Entdeckungsfahrten, bei denen er auch auf den amerikanischen Kontinent stieß, mit. Von da an begann sich der Tabakkonsum in Europa auszubreiten. Kautabak wurde zunächst besonders bei Seeleuten beliebt. Diese durften schließlich nicht mal eben so auf hoher See eine Pfeife rauchen. Schließlich bestanden die Schiffe damals zum größten Teil aus Holz.

Sich mit Feuer eine Pfeife anzustecken war demnach ein Tabu, da man sich und die ganze Besatzung in Gefahr brachte, denn es passierte recht schnell, dass die Schiffe Feuer fingen. Damit die Seeleute trotzdem nicht auf den Konsum von Tabak verzichten mussten, griffen sie zu einer der rauchfreien Varianten des Tabak-Konsums, nämlich dem Kautabak. Dieser konnte problemlos verwendet werden und bereitete so dem einen oder anderen Seemann eine kleine Freude. Doch auch an anderen Orten, an denen zu jener Zeit nicht geraucht werden durfte, verwendete man Kautabak, um nicht verzichten zu müssen.

Dementsprechend war Kautabak in Europa recht populär. Auch heutzutage wird Kautabak gerne dort verwendet, wo es gerade einmal nicht möglich ist, eine Zigarette zu rauchen. Schließlich erzielt auch der gekaute Tabak die Wirkung, die man sich von der Zigarette erhofft. Andere konsumieren den Kautabak wiederum aus nostalgischen Gründen. Gerade Western-Fans sind oftmals begeistert von der Möglichkeit, sich aufgrund des Kautabaks wie ein echter Cowboy zu fühlen. Allerdings ist die Beliebtheit des Kautabaks heute weit weniger ausgeprägt als in den Jahren nach seiner Entdeckung durch die Europäer.

Wie wird Kautabak konsumiert?

Wie man eine Zigarette anzündet, weiß nahezu jeder. Doch wie wird Kautabak konsumiert? Der traditionelle Kautabak, auch „American Chew“ genannt, besteht nicht aus gemahlenem Tabak, sondern aus Tabakblättern. Diese werden bei der sogenannten „Soßierung“ in Aromen, wie beispielsweise Vanille, Menthol, Lavendel oder Kirsche, getränkt. Auf diese Weise erhält der Kautabak sein spezifisches Aroma. Chew lässt sich portionsweise kaufen, ist aber vor allem in loser Form erhältlich. Der lose Tabak wird aus dem Behälter genommen und zu einer Kugel, einem dünnen Streifen oder einem Riegel geformt. Anschließend nimmt man den Chew in den Mund, kaut ein wenig und legt ihn dann im Wangenraum ab.

Dort verbleibt der Tabak zunächst, sodass das Nikotin seine volle Wirkung erzielen kann. Lässt die Wirkung nach, kann man wieder ein wenig auf dem Tabak herumkauen und ihn danach wieder in den Wangenraum legen. Der Kautabak kann je nach Sorte auf diese Weise mehrere Minuten oder sogar Stunden im Mund verbleiben. Achtet bei der Verwendung am besten auf die Herstellerangaben. Neben dem American Chew gibt es noch weitere Varianten des Kautabaks, wie zum Beispiel Tabakpastillen. Diese funktionieren grundsätzlich ähnlich wie Chew, müssen allerdings immer nur leicht angekaut werden, um ihre Wirkung zu erzielen. Darüber hinaus hat auch der schwedische „Snus“ so seine Tradition.

Hierbei handelt es sich um sehr fein gemahlenen Tabak, welcher ebenfalls mit Aromastoffen versetzt ist. Er ist in loser Form erhältlich, wird aber vorzugsweise in einer Art kleinem Teebeutel konsumiert, welcher ganz einfach hinter die Oberlippe geklemmt wird. Grundsätzlich gilt, dass man den Saft, der beim Kauen des Tabaks entsteht, vor allem als Anfänger nicht unbedingt herunterschlucken sollte. In diesem ist schließlich auch Nikotin und andere Inhaltsstoffe enthalten, die beim Herunterschlucken Übelkeit und Unwohlsein hervorrufen können. Heutzutage ist der Saft allerdings nicht mehr unbedingt giftig, weshalb erfahrene Konsumenten auch hin und wieder den Saft einfach herunterschlucken können, sofern sie sich bereits an den Konsum gewöhnt haben.

Gesundheitliche Risiken durch Kautabak

Kautabak erscheint gerade in Zeiten, in denen immer mehr Rauchverbote verhängt werden, als mögliche Alternative zur Zigarette. Dies stimmt zwar grundsätzlich, heißt aber nicht, dass der Kautabak ein absolut gesundes Produkt ist. Immerhin enthält auch er Nikotin und macht daher süchtig. Außerdem enthält auch Kautabak von Anfang an krebserregende Stoffe wie Nitrosamine, die das Risiko einer Krebserkrankung erhöhen. Da das Nikotin beim Kautabak über die Mundschleimhaut aufgenommen wird, sind vor allem Mundhöhlenkrebs und Kehlkopfkrebs mögliche Resultate des Konsums.

Allerdings ist die genaue Wirkungsweise und der Zusammenhang zwischen Kautabak und Krebserkrankungen noch nicht bis aufs letzte geklärt. Im Prinzip bedeutet allerdings jeglicher Tabak-Konsum ein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken. Der Vorteil gegenüber dem Rauchen von Zigaretten ist dahingegen, dass die Lunge nicht so sehr belastet wird und somit auch das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, geringer ist. Schließlich entstehen keine Verbrennungsprodukte wie Teer, der sich in der Lunge festsetzen kann. Außerdem verschont man sein eigenes Umfeld, da niemand vom giftigen Zigarettenqualm beeinträchtigt wird.

Fazit zu Kautabak als Alternative zur Zigarette

 

Kautabak | © panthermedia.net /north22gallery

Kautabak | © panthermedia.net /north22gallery

 

Kautabak erscheint gerade dann als reizvolle Alternative, wenn das Verlangen nach Nikotin gestillt werden soll, sich aber gleichzeitig keine Möglichkeit zum Rauchen ergibt. Zu Bedenken ist hierbei allerdings, dass auch Kautabak die Gesundheit beeinträchtigen kann, wenngleich etwas weniger als das regelmäßige Rauchen von Zigaretten. Kautabak ist also kein gesundes Produkt und macht ebenso wie Zigaretten abhängig. Demnach ist es auch keine gute Möglichkeit, sich die Nikotinsucht abzugewöhnen. Dennoch kann Kautabak als Alternative zur Zigarette gesehen werden, wenn man bedenkt, dass durch das Kauen des Tabaks keine Verbrennungsprodukte entstehen, die dem Konsumenten und seinem Umfeld schaden.

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