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Dubai könnte von mehr Pferderennen profitieren

Mit dem Dubai World Cup ist das Emirat seit 1996 Veranstalter eines der am höchsten dotierten Pferderennen im internationalen Rennzirkus. Doch bisher ist es auch das Einzige. Blickt man auf die Situationen von anderen Ländern, die Pferderennen austragen, so zeigt sich, dass die Rennen nicht nur ein Zuschauermagnet sind: Vielmehr sind die Rennen zu einem wichtigen wirtschaftlichen Faktor an den unterschiedlichen Austragungsorten geworden. Es ist die einzigartige Verbindung von Tradition und Entertainment, die die besondere Faszination von Pferderennen ausmacht. Nicht nur im Mutterland des Sports, in England, sondern überall auf der Welt, wo sich große Events etabliert haben. Eine Chance für Dubai, den Status als attraktiver und innovativer Standort in der arabischen Welt weiterhin auszubauen.

Symbolbild Pferderennen © Bildagentur PantherMedia cquigley

Symbolbild Pferderennen © Bildagentur PantherMedia cquigley

Dubai World Cup ein Erfolgsmodell

Als der Dubai World Cup im Jahr 1996 zum ersten Mal ausgetragen wurde, verfolgte der damalige Kronprinz und heutige Herrscher Muhammad bin Raschid Al Maktum eine klare Strategie:

Das Emirat durch eine Vielzahl von sportlichen Großereignissen einerseits bekannter zu machen und andererseits als attraktiven Standort in der arabischen Welt zu etablieren. Der „Meydan Racecourse“ macht dabei seinem Namen alle Ehre, wenn man die arabische Übersetzung berücksichtigt – als ein Ort, an dem sich Menschen nicht nur treffen, sondern auch untereinander messen sollen. Al Maktum stattete das Ereignis finanziell üppig aus, sodass es das höchstdotierte Rennereignis der Welt wurde. In seiner mittlerweile 21-jährigen Geschichte hat es sich längst zu einem „Must-See“ im internationalen Pferderennsport entwickelt.

Das traditionell am letzten Samstag im März stattfindende Rennen wird seit 2006 sogar live im US-Fernsehen übertragen. Bisher konnte noch kein Pferd den Sieg zweimal erringen, in diesem Jahr war der favorisierte Hengst „Arrogate“ am schnellsten. Auch 2017 war das Rennen ein wahrer Zuschauermagnet, weshalb sich die Frage stellt, wieso Dubai seine Ambitionen als Ausrichter von hochdotierten Pferderennen nicht intensiviert. Denn in vielerlei Hinsicht ist das Emirat ein Vorreiter für Innovationen, wie nicht zuletzt die Entwicklung von autonomen, fliegenden Taxis beweist.

Newmarket ist das Pferdesportmekka

Als ein Vorbild dienen können hierbei die alljährlichen Rennen in Newmarket in der englischen Grafschaft Suffolk. Die Events wie das „Craven Meeting“ und das „July Meeting“ gelten nicht zu Unrecht als die traditionsreichsten überhaupt. Schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts werden in Newmarket Pferderennen ausgetragen und der Austragungsort hat bis heute nichts an seiner Relevanz verloren.

Ganz im Gegenteil: Inzwischen ist Newmarket nicht nur für seine Rennen bekannt, sondern auch für eine lebhafte Rennsportkultur rund um die Events. So haben sich in der 20.000-Einwohner-Stadt die bedeutendsten Pferdebesitzer mit ihren Rennställen angesiedelt. Nicht zu Unrecht wird Newmarket als das weltweite Zentrum des Pferderennsports bezeichnet. Gerade fand mit dem Cheveley Park Stud Stakes eine der vielen prestigeträchtigen Veranstaltungen in Newmarket statt.

Mit dem Old Rowley Cup Handicap 2017 steht eines der prestigeträchtigsten Rennen noch aus. Auch ohne selbst vor Ort zu sein, können Wettinteressierte ihre Wetten auf den Ausgang des Rennens platzieren. Auch Wetten auf das 2000 Guineas Rennen im Mai kommenden Jahres sind bereits möglich. Dabei tritt das Pferd „Expert Eye“ beim Anbieter Betway mit einer Quote von 3.50 auf einen der drei ersten Plätze an (Stand 5. Oktober 2017). Dahinter folgen „Gustav Klimt“ mit 6.00 und „Verbal Dexterity“ mit 10.00 auf das Erreichen des ersten, zweiten oder dritten Platzes.

Ascot lockt sogar die Queen

Ein weiteres Beispiel für eine prestigeträchtige Veranstaltung ist das alljährliche Pferderennen von Ascot. Schon seit 1711 werden bei der Royal Ascot-Rennwoche die schnellsten Pferde auf dem Ascot Racecourse ermittelt. Höhepunkt ist alljährlich der traditionelle Besuch der Queen. Wichtigstes Rennen ist hierbei der Gold Cup über eine Distanz von vier Kilometern. In diesem Jahr sicherte sich mit dem von Michael Bell trainierten Big Orange ein Hengst den Sieg, der von Jockey James Doyle taktisch perfekt geführt wurde. Doch Ascot ist längst mehr als ein Pferderennen.

Die alljährlichen Events ziehen Prominente aus der ganzen Welt an und sind zu einem wichtigsten Wirtschaftsfaktor für den kleinen Ort im Süden Englands geworden. Mindestens genauso wie der sportliche Wettkampf beschäftigen sich Zuschauer und Medien mit der neuesten Hutmode. Sogar Wetten auf die Hutfarbe der Queen sind in England möglich und beliebt. Tickets für das Ascot 2018 sind bereits zu erwerben und erfreuen sich riesiger Nachfrage. Somit ist Ascot ein weiteres Beispiel für ein öffentliches Event, das sowohl die lokale Wirtschaft antreibt als auch das Renommee der Region enorm steigert. Dubai an sich muss sich mit seiner guten Infrastruktur und den Events für Touristen beileibe nicht verstecken: Wo sonst gibt es die Möglichkeit, ein zukünftiges Event sogar aus der Luft und im freien Fall zu verfolgen?

Dubai kann nur profitieren

Fasst man also die Entwicklungen von Orten mit Pferderennen zusammen, so lässt sich feststellen, dass Dubai durch die Etablierung weiterer Rennen nur profitieren kann. Dies hätte zwei Folgen. Zunächst der sportliche Stellenwert an sich: Mit einem weiteren hochdotierten Rennen im Emirat würde der Blickpunkt der renninteressierten Öffentlichkeit noch mehr auf das Land am Golf gelenkt. Hinzu käme der wirtschaftliche Vorteil: Newmarket zeigt eindrucksvoll, wie sich dank eines Renn-Events eine ganze Wirtschaft rund um den Pferdesport entwickeln konnte. Enorme wirtschaftliche Investitionen in eine Region waren die Folge, sodass heute die besten Rennställe, Trainer und Jockeys in der Region zu finden sind. Die Etablierung eines Rennens würde das Dubaier Modell mit einer Reihe von sportlichen Großereignissen weiter stützen.

 

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